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Webservices und smartImport - ein Stück Zukunft im Extranet der UV-Träger

by Lars Walther last modified 2008-09-26 16:32

Die Extranetangebote der UV-Träger umfassen heute vornehmlich Dialoganwendungen, die eine gesicherte elektronische Bearbeitung und Versendung von Formularen verschiedener Art ermöglichen. Die Dienste richten sich dabei an Versicherte und Mitgliedsunternehmen - aber nicht alle Mitgliedsunternehmen profitieren gleichermaßen von diesem Serviceangebot. Der folgende Artikel erläutert die Hintergründe und zeigt einen Lösungsansatz, der auch bei mittleren und großen Unternehmen zu einer Effizenzverbesserung bei der elektronischen Kommunikation mit den UV-Trägern führt.

Webservices und smartImport - ein Stück Zukunft im Extranet der UV-Träger

Prinzipdarstellung smartImport

Fakt ist: für große Unternehmen mit eigener Datenverarbeitung (z.B.: Arbeitsschutzmanagementsysteme) stellen die Dialogsysteme oftmals sogar einen zusätzlichen Aufwand im Bereich der Datenerfassung dar. Der Grund liegt auf der Hand, denn eigentlich wurden alle Daten schon einmal - nämlich in der unternehmensinternen Datenverarbeitung erfasst. Was also liegt näher, als eine gesicherte Direktverbindung zwischen den IT-Systemen beim Unternehmen und dem jeweiligen UV-Träger herzustellen und die erforderlichen Daten direkt zu übermitteln?

Drei Grundvoraussetzungen müssen dafür erfüllt sein:

  1. Es muss ein standardisiertes Datenformat für die entsprechenden Dokumentarten vereinbart werden.
  2. Es muss möglich sein, die Daten per Webservice-Schnittstelle auf gesichertem Wege zum UV-Träger zu übermitteln.
  3. Die medienbruchfreie elektronische Verarbeitung auf der Seite des UV-Trägers muß gewährleistet sein und ist Voraussetzung für die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens.


Seit nunmehr einem Monat befindet sich ein System zur Annahme und Verarbeitung von elektronischen Unfallanzeigen im XML-Format bei der Bergbau-Berufsgenossenschaft in Produktion. Aktiv genutzt wird das System derzeit von deren größtem Mitgliedsbetrieb, der Deutschen Steinkohle AG. Das System basiert auf den novareto-Produkten smartImport und Elektronische Unfallanzeige. Die elektronischen Dokumente im XML-Format werden über eine Webservice-Schnittstelle angenommen, einer ersten Vorprüfung unterzogen und dann via Importhandler zur weiteren Validierung an den Objekttyp Elektronische Unfallanzeige übergeben. Bei erfolgreichem Verlauf der Validierung werden die nachfolgenden Verarbeitungsprozesse gestartet. Sollte eine Plausibilitätsprüfung fehlschlagen, wird die Unfallanzeige mit einem Korrekturvermerk an die Nachverarbeitung übergeben. Bei versehentlich mehrfacher Versendung von Unfallanzeigen erhält der Mitgliedsbetrieb einen entsprechenden Hinweis.

Bekanntermaßen ist insbesondere die erste Inbetriebnahme einer solchen Lösung mit einem hohen Abstimmungsaufwand verbunden. Bedanken möchten wir uns in diesem Zusammenhang vor allem bei Herrn Dietmar Wettin von der Bergbau-Berufsgenossenschaft, der die gesamte Koordination zwischen der DSK, deren Dienstleister (Services for Business IT Ruhr GmbH) und unserer Firma übernommen und insofern echte Pionierarbeit geleistet hat. Zudem wurden wir von der IT-Abteilung der BBG (Herr Dr. Dubberstein, Herr Dirk Kruse) bestens unterstützt. Auch nicht vergessen wollen wir an dieser Stelle, dass die ehemalige BG Feinmechanik (heute BG Elektro Textil Feinmechanik) Vorreiter in der Anwendung von XML-Formaten im Bereich der elektronischen Formulare war und die heute eingesetzten XML-Formate ursprünglich einmal entwickelt hat. Herr Holger Weber bringt dieses Know How jetzt in unsere UV-Web-Community ein.

Seit gut 4 Wochen werden 100% der elektronischen Unfallanzeigen der DSK via smartImport zur Bergbau-Berufsgenossenschaft übertragen - insgesamt bereits fast 200 Dokumente. Seit vergangener Woche hat sich auch die Firma nordsee, Kunde der BG Handel und Warendistribution, dem Verfahren angeschlossen.